Hauptfriedhof Pforzheim

Foto: Riechert
Foto: Riechert

Nistkastenreinigung am Hauptfriedhof Pforzheim – eine notwendige Aktion

 

Am 08.11.2025 fand ab 09:00 Uhr eine Aktion des NABU Pforzheim und Enzkreis zur Reinigung der Nistkästen am Hauptfriedhof in Pforzheim statt.

 

Zehn engagierte Teilnehmende, die sich in drei Gruppen aufgeteilt hatten, waren für drei Stunden auf dem Gelände unterwegs und leerten 83 angebrachte Nistkästen, um alte Nester mitsamt den darin lebenden Parasiten wie Vogelflöhen, Milben und Zecken zu entfernen, damit die Vogelbrut im kommenden Jahr nicht übermäßig befallen wird. Zu ca. 95 % waren die Nistkästen von Kohl- und Blaumeisen belegt.

 

Ein Hornissennest und ein Nest mit Gerippen von noch nicht ausgeflogenen Jungvögeln wurden ebenfalls gefunden. Nistkästen werden auch von Siebenschläfern genutzt. Dabei ist das Verhältnis zu den gefiederten Hausbesitzern in der Regel unproblematisch, da der graue Schläfer die Vogelbehausungen meist erst aufsucht, wenn die Vögel ausgeflogen sind.

 

Ein großer Dank geht an die Helferinnen und Helfer, die sich für praktizierten Naturschutz eingesetzt haben.

 

Wenn Sie selber gerne Nistkästen bauen möchten, um unsere einheimischen Brutvögel beim Bruterfolg zu unterstützen gibt es hier praktische Bauanleitungen:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/index.html

 

 

"Wald im Wandel"

Führung in Mühlacker „Wald im Wandel“

 

Eine Führung in Mühlacker zum Thema „Wald im Wandel“ fand am 28.09.2025 statt.

 

Die NABU-Gruppe Pforzheim und Enzkreis hatte eingeladen. Dankenswerterweise entsprang die Idee von Carsten Schwarz, Förster und Leiter des Pforzheimer Wildparks, der die Gruppe auf eine sehr unterhaltsame Weise durch den Staatsforst führte und dabei äußerst interessante Themen ansprach.

 

Teilgenommen hatten NABU-Vorstandsmitglieder, Amphibiensammelnde und sonstige Interessierte.

 

Carsten Schwarz erklärte zunächst, dass es früher in unseren Breiten ausschließlich Laubmischwälder gab. Die Fichten im Bild wurden vor 60 Jahren gepflanzt um schnellwüchsiges und ertragreiches Bauholz zu gewinnen. Seit 15 Jahren ist jedoch die gewohnt gute und zuverlässige Wasserversorgung von einst aufgrund des Klimawandels gestört. Betroffen davon sind vor allem ältere Laubbäume und die meisten Nadelbaumarten. Bei den durch Trockenstress geschwächten Nadelbäumen haben zudem Borkenkäfer leichtes Spiel ihre Brutgänge anzulegen, was meistens zum Absterben der Nadelbäume führt. In tieferen Lagen werden deshalb zukünftig Nadelbäume nur noch selten anzutreffen sein.

 

Auf diese Einführung bauten sich dann folgende Themen auf: Waldzerfall, Walderhalt, Hoffnungsbäume, Baumwachstum, Holznutzung bis hin zur Verkehrssicherheit im Wald.

 

Den Wald von morgen werden Laubbaumarten prägen. Aufgrund der eingeschränkten Wasserversorgung werden die Bäume auf vielen Standorten jedoch Kleinwüchsigkeit zeigen. Damit verringern sich auch die Holzzuwächse und Holzqualitäten. Waldbesitzer müssen auf lange Sicht mit wirtschaftlichen Einbußen rechnen.

 

Nur über ein waldfreundliches Jagdmanagement haben wir es selbst in der Hand vielfältige und damit risikoarme Wälder von morgen zu entwickeln. Denn es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Wilddichte (Fraß- und Verbissdruck von Reh- und Rotwild) und einer vielfältigen Naturverjüngung. Stimmt dieses Verhältnis nicht, bleibt die Naturverjüngung der Wälder entweder ganz aus oder es entstehen lediglich sehr einfältige und damit risikobehaftete Wälder. Teure und oft wenig effiziente Pflanzungen inklusive Zaunbau oder Einzelschutzmaßnahmen sind die Folgen.

 

Wir sind gut beraten viel mehr mit der Natur im Wald zu arbeiten anstatt gegen sie. Es geht darum, zukünftig der Waldentwicklung agierend anstatt reagierend bei Seite zu stehen. Ein wichtiger Schlüssel dafür sind Waldentwicklungsphasen und angepasste Wildbestände. Welche positiven Folgen dieses waldfreundliche Jagdmanagement für Mensch, Tier und Natur hat, davon konnten sich die Teilnehmenden auf beeindruckende Art und Weise drei Stunden lang ein eigenes Bild machen.

 

Zum Abschluss gab Carsten Schwarz einen ganz praktischen Tipp: „Wer Esskastanien, Eicheln oder Walnüsse sammelt, darf sie gerne breitwürfig im Wald verteilen – das hilft beim Nachwuchs unserer Bäume.“

 

Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt von der Fülle an Informationen und den ausführlichen Erklärungen. Der NABU dankt Herrn Schwarz herzlich für die kurzweilige und erkenntnisreiche Führung, die sicher dazu beiträgt, das Bewusstsein für den Wandel in unseren Wäldern zu stärken.

 

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